Zug

1897 wurde der Bahnhof mit zwei Befehlstellwerken und zwei Wärterstellwerken Bauart Jüdel ausgerüstet. Im Jahr 1931 wurde die Strecke Baar - Zug auf Doppelspur ausgebaut. Dabei wurde das nördliche Wärterstellwerk I durch ein mechanisches Stellwerk Bruchsal J ersetzt.

Im Jahr 1953 wurden die mechanischen Befehlstellwerke durch ein Pult Schalter Integra ersetzt und die mechanischen Einrichtungen in den Wärterstellwerken mit elektrischen Teilen ergänzt. Der nachfolgende Plan und die DV zeigen den Zustand nach diesem Umbau.

 

Plan und DV Sammlung Gianluca Romanini

 

Plan Stand April 1957 sowie die dazugehörige DV (Version für das Fahrpersonal)

 

Download
DV 1957 665b Zug
Dienstvorschrift Sicherungsanlage Zug vom 15. April 1957
CH DV 1957 665 b Zug.pdf
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Beim Ausbau wurden die inneren Einfahrgleise D1 und D2 für eine freizügige Nutzung in beiden Richtungen eingerichtet. Bei der alten Anlage konnten die Gleise nur im Linksbetrieb befahren werden. Zusätzlich wurde eine neue Verbindung Weichen 1 - 2 eingebaut. Damit sind gleichzeitige Fahrten von / nach Baar und Steinhausen möglich. 

 

In der  DV wird unter I "Allgemeines" bezüglich der Geschwindigkeiten auf die allgemeinen Bestimmungen der Fahrdienstvorschriften FDR verweisen. Das ist eher umgewöhnlich und nicht besonders benutzerfreundlich. In FDR 6-22a ist beispielsweise festgehalten, welche technische Ausrüstung eine Weiche aufweisen muss, damit sie gegen die Spitze mit V/max 125 km/h befahren werden darf. Es wäre einfacher, wenn in der DV die in Zug zulässigen Geschwindigkeiten aufgeführt wären.

 

Beim Umbau wurden ca. 2/3 der Weichen mit elektrischen Antrieben versehen, während der Rest weiterhin mit Drahtzügen betätigt wird. Die wichtigsten Weichen und Geleise sind isoliert.

 

Alle Hauptsignale sind Lichtsignale. Weiters sind 13 Vorrücksignale und 5 Rangiersignale (2 Flügel, 3 Lichtsignale) aufgestellt.

 

In der Schlaufe gibt es ein Anschlussgleis Gaswerk. Die Weiche ist mit einem Schlüssel verschlossen. Die Bedienung erfolgt mit Zugfahrten, d.h. signalmässig und mit Fahrordnung. Da das Ausfahrsignal nicht auf Fahrt gestellt werden kann, erhält der Lokführer ein Formular für die Vorbeifahrt am Halt zeigenden Signal. Bei der Rückfahrt wird das Einfahrsignal auf Fahrt gestellt.

 

Im SBB-Nachrichtenblatt 5/1957 ist ein detaillierter Artikel zum Bahnhofumbau erschienen.

(SBB-NB Sammlung S. Niklaus)

 

 

Im Archiv von SBB-Historic finden sich weitere Aufnahmen der erneuerten Stellwerke. Ich vermute, dass sie der SBB-Fotograf gleichzeitig mit den Fotos für die Reportage im SBB-NB gemacht hat.

Stellwerk I von innen und aussen.

Bilder Homepage SBB-Historic Link Link

 

 

Stellwerk II

Bild Homepage SBB-Historic Link

 

Befehlstellwerk

Bild Homepage SBB-Historic Link   

 

Bei SBB-Historic finden sich weitere Bilder der Stellwerke. Aber bitte aufpassen bei diesem Bild: Link

Entgegen des Titels "Stellwerk in Zug" zeigt es jenes von Brunnen.

 

 

Im SBB-Nachrichtenblatt 3/89 ist schliesslich diese Skizze von Hans G. Wägli veröffentlicht worden, die die Entwicklung der Zuger Bahnanlagen anschaulich darstellt (SBB-NB 3/89 Sammlung S. Niklaus)

 

 

Plan Stand 2015 (Sammlung S. Niklaus)

 

1990 wurde die Schlaufe aus Richtung Steinhausen ausser Betrieb genommen und die Strecke aus Cham auf Doppelspur ausgebaut. Dabei wurde ein neues Stellwerk Domino 67 erstellt, welches auch heute (Stand 2023) noch in Betrieb ist. Auffallend sind die vielen neuen Haltestellen, welche im Rahmen der S-Bahn Zug entstanden sind. Die Weichenanlage ist gegenüber dem Plan 1957 in den Grundzügen ziemlich gleich geblieben. Einzelne Weichen sind noch am gleichen Ort wie beispielsweise die einzige einfache Kreuzungsweiche 15 (12 auf dem Plan 1957).

 

 

Weitere Gleispläne von Zug finden sich auf dieser Homepage unter Gleispläne SBB:

1936 Link  Link

1950 Link  Link

1966 Link  Link

1997 Link