Wohlen

Wohlen Stand März 1967:

  • Die Strecke Wohlen - Boswil-Bünzen wurde 1966 auf Doppelspur ausgebaut. Da das Stellwerk Wohlen nicht angepasst werden konnte, verblieb zwischen Weichen 35 und 41 ein kurzer einspuriger Abschnitt
  • Seite Dottikon hat noch ein Klappscheiben-Vorsignal überlebt. Zu diesem Zeitpunkt waren diese Signale schon recht selten.
  • SBB-seitig waren Ein - und Ausfahrten in Gleise 1 bis 5 möglich, also auch auf das Gegengleis der Doppelspur. Wohlen war ja nicht nur Durchgangsbahnhof, sondern auch Wendebahnhof der Züge aus Brugg
  • Keine schienenfreien Zugänge
  • Aus Villmergen kann nur in Gleis 6 ein - und ausgefahren werden. Die anschliessenden Weichen 15, 16 und 17 sind nur Handweichen und nicht in den Stellwerken angeschlossen. Auch gibt es keine Fahrstrassen von / nach Gleis 6 zur SBB. Falls ein Zug von der SBB zur WM oder umgekehrt übergehen sollte, brauchte es immer Rangierfahrten. Der Grund dürfte darin liegen, dass die WM ursprünglich mit Gleichstrom elektrifiziert war und erst 1966 auf das SBB-Stromsystem umgestellt wurde
  • Weichen 10/11 und 14 sind mit einem Schlüssel verschlossen. Vermutlich können Fahrstrassen in/aus Gleis 1 nur eingestellt werden, wenn sich die Schlüssel im Befehlsstellwerk befinden
  • Wiederholungssignal C 1/2W. Dieses Signal wurde 1982 als letztes seiner Art ausser Betrieb genommen. Es wurde danach im Garten des Bahnhofrestaurant aufgestellt: Link
  • Gleisgruppe B mit Lok - und Wagenremise
  • Ab Weiche 33 Dreischienengleis Normal/Schmalspur bis Bremgarten West. Für Einfahrten aus Wohlen-Oberdorf / Bremgarten West gibt es ein Lichtsignal G, für Ausfahrten aus dem Normalspurgleis ein Sperrsignal S. Aus dem Schmalspurteil ist zwar eine Fahrstrasse h eingezeichnet, ein entsprechendes Signal oder eine Fahrstrasse im Stellwerk habe ich jedoch nicht gefunden 
  • Barrierenposten 17f bei Ausfahrsignal C 1/2

 

Verschlusstabelle und dazugehörige Zeichenerklärung

 

Stellwerk I und Befehlstellwerk in vergrösserter Version. Je eine Foto dieser Stellwerke findet sich im Buch "Hebel, Riegel und Signale" von H.G.Wägli. Befehlwerk auf Seite 8, Stellwerk 1 auf Seite 242.

 

Am Befehlstellwerk konnten nur Sammelfreigaben für Ein- und Ausfahrten ohne Gleiswahl erteilt werden. Und das auch nur für die SBB, die Strecke der WM ist nicht integriert. Für die Verständigung mit den beiden Stellwerken dienten eventuell die Gleismelder. Solche Gleismelder wurden vor Einführung des Rangierfunk zur Anforderung von Rangierfahrwegen verwendet. Gerade am Befehlstellwerk in Wohlen hätte das keinen Sinn gemacht, da es ja nicht an Manövern beteiligt war. 

 

Im Stellwerk I gibt es für Ein - und Ausfahrten von und nach Villmergen nur einen einzigen Signalhebel E/F. Dieser hat lediglich Weichen 6/7 verschlossen. Einen Fahrstrassenhebel gibt es nicht.

 

Stellwerk II. Im Zusammenhang mit der Doppelspur nach Boswil wurde dieses Stellwerk elektrifiziert. Das heisst, die Weichen werden nicht mehr mit Drahtzügen umgestellt, sondern sind mit Weichenmotoren versehen. Statt mit grossen Hebeln werden die Weichen mit kleinen waagrechten Schalthebeln ähnlich den Fahrstrassenhebeln betätigt.

Zwischen Stellwerk I und II gibt es keine gegenseitigen Zustimmungen oder Abhängigkeiten.

 

Alle Pläne Sammlung K. Hinrichs

Weitere Angaben von U. Dikenmann