Gleisplan aus der Sammlung Kreis I 1950. Der Plan ist nicht datiert, dürfte aber älter als 1950 sein. Insbesondere ist die Biel - Meinisberg - Bahn noch eingezeichnet, welche nur bis 1940 in Betrieb war. Für die nachfolgenden Angaben ab dem Jahr 1937 ist er deshalb eine gute Grundlage. Die Angaben selbst stammen aus verschiedenen Zirkularen.

 

Stand 1937:

Die Sicherungsanlage umfasst das Befehlsstellwerk II und die Wärterstellwerke I, III und V. Die Ein/Ausfahrgruppe ist in Gleisfelder A, B und C unterteilt, wobei die Gleise durchgehend von 1 bis 14 nummeriert sind.

 

Mögliche Fahrstrassen:

  • Von Mett-Bözingen nach Gleisen A IV, A V und B IV - XI
  • Nach Mett-Bözingen von Gleisen A I - V und B VIII - X
  • Von Biel PB /Brügg nach Gleisen A IV-V und B VI-XII
  • Nach Biel PB /Brügg von Gleisen A I-V und VI-VII
  • Vom Depot  kann in die Gleisgruppen A oder B gefahren werden, nach dem Depot nur aus den Gleisen B
  • Durchfahrten Mett-Bözingen nach Biel PB / Brügg über Gleise A IV-V, B IV und B VII
  • Durchfahrten Biel PB / Brügg nach Mett-Bözingen über Gleise B VIII, B IX und B X

 

Signale

  • E 1/2 ist gleichzeitig Ausfahrsignal von Mett-Bözingen und Einfahrsignal von Biel RB. Das AG der Station Mett-Bözingen liegt in Sichtweite vom Stellwerk I Biel RB. Die Distanz beträgt etwa 420 m. Zwischen Mett-Bözingen und Biel RB gibt es nur ein Gleis. Das untere Gleis (an Weiche 2 angeschlossen) ist ein Stumpengleis und dient als Ausziehgleis C 16 von Biel RB. Auf dem Plan ist das nicht ersichtlich. Aus den Unterlagen geht nicht hervor, wann Signal E 1/2 mit Fahrbegriff 1 bzw. 2 geöffnet wurde
  • Die 5 einflügligen Ausfahrsignale G sind gleichzeitig Ausfahrsignale von Biel RB und Einfahrsignale von Mett-Bözingen
  • Für Ausfahrten nach Biel PB / Brügg dienen die Signale H auf der Signalbrücke: Für Gleise I - IV gibt es je ein einflügliges Signal H I bis H IV. Für Fahrten aus Gleisen V bis VII geht der dreiflüglige Semaphor H V-VII mit einem, zwei oder drei Flügeln auf Fahrt. Zusätzlich gibt es noch das Ausfahr und Blocksignal K 1/2. Für Fahrten nach Biel PB ein Flügel (Fahrbegriff 1), nach Brügg zwei Flügel (Fahrbegriff 2)
  • Einfahrten von Biel PB bzw. Brügg werden mit den Signalen M 1/2 bzw. N 1/2 geregelt. Sie sind auf einer Signalbrücke angebracht und zeigen immer Fahrbegriff 2, da bei allen Fahrstrassen Weichen in ablenkender Stellung befahren werden müssen. Die Bezeichnungen müssten daher eigentlich M 2 und N 2 lauten. Die entsprechenden Vorsignale M* und N* sind auf dem Plan verkehrt herum gezeichnet.
  • Für Fahrten nach dem Depot gibt es ein Scheibensignal KDt, welches gemeinsam von Stellwerken II und V auf Fahrt gestellt wird
  • Für Fahrten vom Depot dient gemäss Beschreibung ein Scheibensignal O. Auf dem Plan ist das Signal mit D bezeichnet und ist an der gleichen Signalbrücke wie Signale M 1/2 und N 1/2 angebracht

Interessant bei den Signalbezeichnungen ist, dass die Buchstaben an den Bahnhof Mett-Bözingen anschliessen. Dort heissen die Signale wie üblich A bis D und Richtung RB geht es dann mit E weiter. Einzelne Buchstaben (F, J und L) wurden im Gegensatz zu anderen Bahnhöfen für allfällige Erweiterungen freigehalten. Ein Signal L wurde dann tatsächlich nach Jahrzehnten aufgestellt (genau genommen 1998, siehe unten).

 

 

Rangiersignale

  • Für Fahrten aus der Werkstätte gibt es ein Signal R.
  • Innerhalb des RB sind Signale R 1 bis R 5 und R 7 bis R 9 vorhanden
  • Laut der Bescheibung ist am Ende des Stumpengleis C 16 ein Rangiersignal Ra aufgestellt, welches von Mett-Bözingen bedient wird und die Station vor Manöver aus Richtung RB schützt. Diese Signal ist allerdings auf den Plänen nicht zu entdecken, weder auf jenem von Biel RB noch jenem von Mett-Bözingen 

 

Ablaufsignale

 

Für den Betrieb am Ablaufberg gibt es Signale I, II und III. Sie befinden sich zwischen Gleisen B VIII und B IX und zeigen alle gleichzeitig das gleiche Bild. Die Signale bestehen aus einem beweglichen Arm und einer Pfeilspitze und entsprechen somit nicht dem Signalreglement. Die Signale können 4 Positionen einnehmen:

  • Pfeil waagrecht nach links:  Halt
  • Pfeil schräg nach oben:        Langsam schieben (2-3 km/h)
  • Pfeil senkrecht nach oben:   Schnell schieben (20 km/h)
  • Pfeil schräg nach unten:       Zurückziehen (20 km/h)

Fotos dieser Signale und weitere historische Fotos von Biel RB lassen sich im Fotoarchiv von SBB-Historic finden. Volltextsuche = Biel RB eingeben

 

Im Bereich von Stellwerk I sind die Weichen 1 - 12 bis heute (Stand 2020) unverändert in Betrieb, ebenso die Rangiersignale R und R1 bis R3. Auch 4 der 5 Ausfahrsignale sind mit teilweise geänderten Bezeichnungen noch vorhanden. Das Gleiche gilt für die meisten Weichen und Gleise bei Stellwerk II und III.

 

 

Dezember 1941

Der dreiflüglige Semaphor H V-VII wird durch ein einflügliges Modell ersetzt. Seite Biel PB / Brügg werden zusätzliche Fahrstrassen für Ausfahrten aus Gleisen B VIII - B XII eingerichtet. Dazu wird bei Weiche 19b ein neues einflügliges Signal H VIII-XII aufgestellt.

 

 

September 1947

Zusätzlich zu den mechanischen Ablaufsignalen I, II und III wird ein Lichttages-Ablaufsignal IV aufgestellt. Das Signal wird zusammen mit den drei mechanischen Signalen betätigt. Es steht bei Weiche 3a/b und zeigt folgende Bilder:

  • Waagrechter Lichtbalken: Halt
  • Schräger Lichtbalken:        Langsam schieben
  • Senkrechter Lichtbalken:  Mässig schnell schieben

Wenn die mechanischen Signale "Zurückziehen" anzeigen, ist das Lichtsignal dunkel

 

 

Januar 1958

Die drei mechanischen Ablaufsignale werden durch Lichtsignale ersetzt. Diese entsprechen dem Signalreglement und zeigen zusätzlich zu den drei vorgenannten Bilder noch einen vierten Befehl: Ein grüner, schräger Streifen bedeutet "zurückziehen"

 

 

Dezember 1962

Zwischen Biel RB und Madretsch (Signalstation an der Strecke nach Brügg) wird der automatische Block mit Achszählern eingerichtet. Die Bedienung erfolgt im Stellwerk 2, die Apparaturen werden in Stellwerk 5 eingebaut.

Die Signalstation Madretsch konnte vor Ort oder von Biel PB ferngesteuert werden.

 

 

November 1964

Um die Aufnahmefähigkeit der Gruppe A zu erhöhen, wird ein neues Gleis 23 nördlich von Gleis 14 errichtet. Es ist mit den neuen Weichen 140 und 13 beidseitig angeschlossen, kann aber nur aus Seite Biel Mett signalmässig befahren werden. Gleichzeitig werden die Weichen 14, 15b, 16b in 136, 137 und 138 unnummeriert.

 

Das neue Gleis 23 auf einem Plan aus dem Jahr 2001. Die Verlängerung A33 hiess ursprünglich 24. Zwischen Weichen 138 und 140 gab es zeitweise noch ein Anschlussgleis mit Weiche 139 (ursprünglich 17b).

 

 

Dezember 1991

Im Bereich des Stellwerk I werden Weichen 1 bis 12 isoliert, nicht aber Weichen 136 bis 140.

Plan aus dem Jahr 1991 mit den neu isolierten Abschnitten.

 

 

Mai 1992

Im Bereich von Stellwerk 2 wurden folgende Erneuerungen ausgeführt

  • Stellwerk 5 wird aufgehoben und die technischen Apparaturen ins Stellwerk 2 verlegt. Die Bedienung erfolgt mit einem neuen Dominopult im Stellwerk 2
  • Die mechanischen Signale H1 bis H5-7 auf der Signalbrücke und das freistehende Signal H8-13 werden durch Lichtsignale ersetzt
  • Diverse Weichen werden isoliert und mit elektrischen Antrieben versehen
  • Seite Biel PB wird der Handblock durch einen Relaisblock ersetzt

Stand April 1992

 

Juni 1992

  • Weitere Weichen wurden mit elektrischen Antrieben versehen und isoliert
  • Rangiersignale R5 und R8 wurden durch Lichtsignale ersetzt
  • Die doppelte Kreuzungsweiche 28 wurde durch eine einfache Weiche ersetzt und die einfache Weiche 18 durch eine doppelte Kreuzungsweiche. Somit führt neu Gleis 7 statt 6 nach Weiche 35 / Gleis B3

Stand Juni 1992

 

 

April 1996

Das mechanische Rangiersignal R9 wird durch ein Licht-Vorrücksignal ersetzt

 

September 1998

In Biel PB wird ein neues Stellwerk in Betrieb genommen. Dadurch wird der Wechselbetrieb zwischen Biel RB und Biel PB möglich. In Biel RB wird ein neues Ausfahrsignal L in Betrieb genommen. Nebst weiteren Änderungen wurde auch die Abhängigkeiten zwischen Stellwerk 3 und 2 angepasst.

Stand September 1998

 

 

Juli 2000

In Biel Mett wird das bestehende Stellwerk ausser Betrieb genommen und der Bahnhof in die Anlage Grenchen Süd (Stellwerk Elektra) integriert. In Biel RB wird ein Vorrücksignal VA61 aufgestellt, welches vom Stellwerk 1 bedient wird. In Biel-Mett gibt es ein neues Einfahrsignal D51. Ausfahrten in Biel RB können nur eingestellt werden, wenn dieses  Signal auf Fahrt steht. In der Gegenrichtung können Ausfahrten in Biel-Mett nur gestellt werden, wenn in Biel RB eine Einfahrfahrstrasse eingestellt ist. Das Vorsignal H* zeigt nur einen Fahrbegriff, wenn eine Durchfahrt durch den RB / Gleis 3 eingestellt ist. Sonst zeigt es immer Warnung.

Stand Juli 2000

 

 

Dienstplan Stellwerk 1 aus dem Jahr 1993. Die Arbeitszeiten der Nacht-, Mittel- und Frühdienste sind heute noch gleich