Gland

Gland liegt an der Strecke Genève - Lausanne. Diese Strecke, welche die beiden grössten Städte der Romandie verbindet, wurde bereits 1868 - 1879 doppelspurig ausgebaut. 

 

Stellwerks - und Gleisplan Stand 01.05.1969 Plan Sammlung O. Wileczelek

 

Der Gleisplan weist als Besonderheit das perronlose Überholgleis 2 auf, welches nur in Rückwärtsfahrt via Weichen 1 oder 7 erreicht werden kann. Eine solche Gleisanlage nach französischem Vorbild gibt es sonst bei den SBB nirgends. In einem graphischen Fahrplan aus dem Jahr 1895 ist das Gleis bereits vorhanden, es wurde vermutlich schon beim Ausbau auf Doppelspur erstellt. Link  

 

Weitere Besonderheiten von Ost nach West:

  • Der Verlauf der Drahtzüge zu den Weichen und Signalen ist mit gestrichelten Linien eingezeichnet
  • In Gleis 2 sind nur Ausfahrten möglich, aber wie bereits erwähnt keine Einfahrten 
  • Der Perron an Gleis 3 kann mit einer Unterführung (PI - "passage inferieur") erreicht werden. Somit schienenfreie Zugänge
  • Der Perron an Gleis 1 wird von der Verbindung Weiche 2 - Weiche 3 durchschnitten
  • Aus Gleis 1 kann auch Richtung Genève signalmässig ausgefahren werden. Der Grund dafür sind Züge Genève - Gland - Genève. Somit kann die Komposition für die Rückfahrt in Gleis 1 stehenbleiben und muss nicht umrangiert werden
  • Aus dem Schuppengleis 5 sind Ausfahrten Richtung Lausanne möglich (Fahrstrasse b5), nicht aber Richtung Genève
  • Weiche 10 (im Hauptgleis) ist eine Handweiche
  • Anschlussgleise "Ballastière" (Kiesgrube) mit Sperrsignal E. Bedient wird das Signal mit einer Winde ("Treuil") bei Weiche 10.  
  • Im Anschlussgleis 40 gibt es eine ortsbediente Barriere
  • Weitere Anschlussgleise sind via Weiche 14 erschlossen. Die Gleisgruppe hat sogar einen eigenen Buchstaben "S", wohl für "Sécheron"

 

Kursbuch Winter 1955 (Preis Fr. 3.--) mit einem Zugpaar Genève - Gland - Genève: Zug 1063 Gland an 18.04, Zug 1076 Gland ab 18.14. Bei Zug 1076 ist die Abfahrt ab Gleis 1 extra vermerkt. Am Morgen gab es noch weitere Züge Genève - Gland und zurück. Kursbuch Sammlung S. Niklaus

 

 

Vergrösserter Ausschnitt vom Stellwerk Bruchsal J aus dem Jahr 1907. Ganz links ein Schloss System "Bourré" für Weiche 14, daneben der Riegelhebel (RH) für die Handweichen 10/11. Seit 1959 kann das  Stellwerk in Randstunden durchgeschaltet werden ("Exclusion"). 

 

 

Vergrösserte Kopie des Verschlussplan

 

Eine Rarität zeigt diese Foto. Zu sehen ist das Einfahrsignal A / Durchfahrsignal Ad von der Rückseite. Der Flügel war ursprünglich an einem hohen Mast angebracht. Die später erstellte Strassenbrücke im Hintergrund verdeckte die Sicht auf den Signalflügel. Anstatt einen neuen, niedrigeren Mast aufzustellen, wurde der Flügel am bestehenden Mast einfach etwa zwei Meter nach unten versetzt.

Die Foto wurde 1977 gemacht. Da die Strassenüberführung ca. 1968 gebaut wurde, dürfte sich das Signal während ungefähr 10 Jahren in diesem Zustand präsentiert haben. Foto U. Dikenmann

 

Zwei Fotos des Rangiersignal E. Das Signal ist blau-weiss angestrichen. Normalerweise waren diese Signale rechteckig, die runde Form ist im Signalreglement von 1947 nicht enthalten.

Fotos vom 12.01.1972 aus Buch "Signale der Schweizer Bahnen" von Rudolf W. Butz, Orell Füssli Verlag 1972. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags 

 

 

Plan Stand 2015. Das mechnische Stellwerk wird am 19.11.1977 durch ein Domino 67 ersetzt, das bis heute (Stand 2025) in Betrieb steht. Dank zusätzlicher Weichenverbindungen kann Gleis 2 jetzt in direkter Fahrt erreicht werden. Das Gleis ist heute allerdings nicht mehr vorhanden, es wurde im November 2023 ausser Betrieb genommen und später entfernt.  Plan SBB, Sammlung S. Niklaus

  

 

 

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Herzlichen Dank an Oliver Wileczelek und Ueli Dikenmann für die Beiträge zu diesem Artikel

 

 

Weitere Gleispläne von Gland finden sich auf dieser Homepage unter Gleispläne SBB:

1936 Link

1953 Link

1968 Link

 

 

 Spiez, 08.12.2025 (ergänzt) / S. Niklaus