Ein schöner Plan der Station Lutry aus dem Jahr 1950. Auch auf dieser kleinen Station lassen sich einige interessante Details entdecken:

  • Typische Kreis I - Gleisanlage ohne spitzbefahrene Weichen
  • Signalmässig sind nur Fahrten auf den Hauptgeleisen möglich. Aus den Nebengleisen 3/4 kann keine signalmässige Ausfahrt Richtung Lausanne eingestellt werden
  • Weiche 2 im Nebengleis ist im Stellwerk zentralisiert. Hier wäre auch eine Handweiche möglich gewesen
  • Das Ausfahrsignal C Richtung Cully befindet sich nach dem Tunnel. Deshalb wurde ein Wiederholungssignal C* aufgestellt. Dabei wurde nicht ein eigentliches Wiederholungssignal (Semaphor mit Leuchtflügel) gewählt, sondern ein Klappscheiben-Vorsignal. Wieso manchmal normale Vorsignale, manchmal Wiederholungs-Semaphore verwendet wurden, ist mir nicht bekannt 
  • Die mechanischen Vorsignale wurden im August 1949 durch Lichtsignale ersetzt (nicht aber das vorerwähnte Wiederhoungssignal)
  • Auf dem Plan ist auch der Verlauf der Drahtzugleitungen erkennbar
  • PI = passage inférieur (Unterführung), PS = passage supérieur (Überführung), Sb = Sabot (Sperrschuh)
  • Handschriftliche Ergänzung: "Montage de l`exclusion du block" = Einrichtung der Block-Durchschaltung. Somit musste die Station nicht mehr für jeden Zug besetzt sein, sondern konnte in Randzeiten durchgeschaltet werden

Plan: Sammlung Wileczelek

 

 

Eine Foto der Station, auf der auch die Stellwerkkabine erkennbar ist, findet sich unter:

 

https://www.notrehistoire.ch/medias/17095

 

 

Hier zwei aktuelle Aufnahmen: (24. April 2019 - nik)

 

 

Zum Schluss ein Ausschnitt aus dem SBB-Nachrichtenblatt vom August 1944: In der Rubrik "unsere Toten"  ist ein Stationswärter mit Bürodienst in Lutry aufgeführt, der Opfer eines Raubüberfalls wurde. Die weiteren Details dieser unschönen Geschichte, insbesondere ob der Täter gefasst wurde, sind mir nicht bekannt