Corbéron

  • 1893 Blockstelle. Die Strecke Puidoux-Chexbres - Palézieux ist noch einspurig
  • 1902 wird die Strecke doppelspurig ausgebaut. In Corbéron wird eine Weichenverbindung eingebaut
  • Gemäss dem Buch Wägli ist Corbéron bis 1908 eine Station. Das würde bedeuten, dass in diesem Jahr die Weichenverbindung ausgebaut wurde.
  • 1947 wurden die mechanischen Vorsignale durch Lichtsignale ersetzt
  • 11.11.1953 automatisiert  durch Firma Hasler. Die Blocksignale waren von Palézieux aus bedienbar.

Corbéron liegt am Ende der 18 o/oo Rampe von Lausanne. Schwere Züge erhielten bis Corbéron eine Schiebelok. Da diese nicht gekuppelt wurde, konnte der Zug ohne Halt weiterfahren. Beim heutigen Schiebebetrieb am Gotthard und Lötschberg werden die Schiebeloks immer gekuppelt.

 

Einen interessanten Einblick in den damaligen Betrieb zeigt der graphische Fahrplan aus dem Jahr 1906. Darauf ist die Weichenverbindung in Corbéron eingezeichnet. Um 06.14h fährt in Corbéron Zug 9024 ab. Das dürfte die Schiebelok von Zug 1245 sein, welcher um 06.00h durchfährt. Ein weiterer Lokzug 9021 fährt um 8.34h ab, diesmal interessanterweise nach Palézieux. Diese Lok dürfte vom Güterzug 3053 stammen. Wenn die Schiebelok gekuppelt gewesen wäre, hätte man sie wohl bis Palézieux durchlaufen lassen. Von Palézieux fährt ein Lokzug 9026 um 08.54h nach Lausanne. Dabei dürfte es sich um die gleiche Lok handeln. Der Umweg via Palézieux wurde vermutlich wegen Schnellzug 4 gewählt. Wenn die Schiebelok Zug 3053 bereits in Corbéron verlassen hätte, wäre die Strecke nicht rechtzeitig für Zug 4 frei geworden.

 

Weitere Lokzüge ab Corbéron sind 9034 um 13.27h und 9027 um 16.12h. Bei Bedarf wurden sicher zusätzliche Züge angeordnet.

 

Beim Nachtzug 1 läuft die Schiebelok bis Palézieux durch, damit Corbéron nicht extra für diesen Zug bedient werden muss.

 

Bemerkenswert sind auch die Fahrzeiten. So benötigt ein Güterzug für die 8,5 km lange Strecke Chexbres - Palézieux 20 Minuten Fahrzeit, d.h. die Geschwindigkeit beträgt etwa 25 km/h.

 

Angaben von O. Wileczelek und B. Graser.

Der graphische Fahrplan stammt aus dem Buch von Gaston Maison "La ligne CFF Lausanne - Fribourg - Berne et Les Chemins de fer en Pays fribourgeois, Editions Revue du Rail, 1977 Aigle