Im Bereich der Stellwerke I und III sind die mechanischen Haupt - und Rangiersignale durch Lichtsignale ersetzt worden, während bei Stellwerk II die alten Signale grösstenteils noch überlebt
haben
Auf der Signalbrücke an der Ausfahrt aus Gleis A2 nach Bern steht nur noch das Rangiersignal R10. Das Hauptsignal, neu ein Lichtsignal, wurde neben dem Gleis aufgestellt
Einige Weichen und Gleisabschnitte sind isoliert, erkenntlich am Doppelstrich
Die im Plan von 1945 als Variante eingezeichneten Gleise B1 und D8 / D9 sind nun erstellt worden
Der Bahnübergang "Mönchstrasse" an der Ausfahrt nach Spiez ist mit einer Barriere ausgerüstet
Bemerkenswert sind die vielen Anschlussgleise wie "Selve", "Gerberkäse", "Kühlhaus", "Coop", "Feldschlösschen" etc. Heute ist fast alles verschwunden
Plan Stand 1979 Sammlung S. Niklaus
1979 werden die Apparate VES im Freigabewerk und in den Stellwerken 1 und 2 durch Drucktastenstellwerke Domino 69 ersetzt. Die Inbetriebnahme erfolgt am 13.05.1979.
Seite Uttigen ist Wechselbetrieb möglich, zudem gibt es eine Blockstelle Lerchenfeld. Einige Weichen im Bereich von Stellwerk 1 können auch vom Befehlwerk bedient werden, so dass in Randzeiten
auf die Besetzung verzichtet werden kann.
Die Gleise B4, B5 und B7 - B9 im Güterbahhof sind weiterhin nicht in allen Richtungen freizügig befahrbar.
Für den Rangierbetrieb ist weiterhin eine grosse Anzahl Rangiersignale vorhanden. An der Gleisanlage hat sich nicht viel verändert. Ausser in Stellwerk 3 bleibt der Apparat VES auch im
Rangierstellwerk 4 erhalten.
Auffällig ist die bescheidene Modernisierung. In Thun, wo immer viel manövriert wird, wären Rangierfahrstrassen kein Luxus gewesen. Im benachbarten Spiez war beispielsweise bereits die zweite
Generation Zwergsignale in Betrieb (1959 Domino 55mZ, 1997 Domino 67), während Thun erst 2004 damit ausgerüstet wurde.
Ein Grund dafür dürfte die periphere Lage von Thun im Kreis I (Sitz in Lausanne) sein. Erschwerend kommt der "Grenzbahnhof-Effekt" dazu, der sich auch andernorts beobachten lässt. Die
Finanzierung läuft über mehrere Partner, zudem bestehen unterschiedliche Vorschriften, Normen, Fahrdienstvorschriften etc. In Thun geht es natürlich nicht um eine geographische Grenze, sondern um
die Grenze SBB /BLS. Bei Stellwerk 3 wollte sich die BLS nicht beteiligen, bei den andern Stellwerken konnten die SBB alleine handeln.
Ein paar weitere Beispiele von spät modernisierten Genzbahnhöfen / Grenzstrecken:
Wilchingen + Neunkirch SH, letzte mechanische Stellwerke der Schweiz (voraussichtlich bis 2032)
Schaffhausen, letzter Bahnhof, der in die BZ Ost integriert wird (voraussichtlich 2028)
Vallorbe + Les Verrières, letzte Bahnhöfe, die in die BZ West integriert werden (voraussichtlich 2029)
St. Margrethen, letzter grösserer Handweichenbahnhof bei den SBB (bis 1991)
Pontarlier, letzte mechanische Signale Bern - Paris
Stellpult Domino 69 in Stellwerk I. Unten die Strecke nach Uetendorf, darüber die Doppelspur nach Uttigen - Bern und oben die Strecke der BTB / EBT / RM / BLS nach Konolfingen. Foto Christoph Zingg
Das Blatt links ist das Tageszirkular, in dem alle Abweicheungen vom Regelfahrplan aufgeführt sind.
Ausblick aus Stellwerk I. Die beiden Güterwagen im Hintergund stehen im Stumpengleis B6, der Güterzug mit Ae 6/6 in Gleis B8. Die 460 fährt in Gleis B9 ein oder aus. Foto Christoph Zingg
Das Stellpult Domino 69 in Stellwerk II. Am Drücken Christoph Zingg, von dem ich diese Fotos erhalten habe...Herzlichen Dank!
Stellwerk 3 Foto aus dem Internet
Gelb eingezeichnete Gleise sind isoliert, d.h. besetzte Gleise oder Weichen werden mit einem leuchtenden Lämpchen angezeigt. Die weissen Gleise sind ohne Isolierung.
Gleicher Ausschnitt, aber mit den Signal- und Weichenschaltern. Die 8 roten und grünen Schalter links sind für die Signale von und nach Gwatt, die nachfolgenden 4 grünen Schalter sind
Zustimmungsschalter für die Einfahrten des Stellwerk II von Westen. Mitden blauen Schalter werden die Rangiersignale betätigt.
Foto Christoph Zingg
Stellwerk III in gesamter Länge. Foto Sammlung Chr. Zingg
Einfahrt von Gwatt mit Stellwerk III im Hintergrund. Foto Christoph Zingg Januar 2003
Depotgebäude an der Ausfahrt nach Gwatt. Foto Christoph Zingg Januar 2003
Stellwerk IV. Dieses wurde nur bei anstehenden Manövern von Depotmitarbeitern besetzt.
Foto Christoph Zingg Januar 2003
Plan Stellwerk Elektra Stand Oktober 2004 Sammlung S. Niklaus
Am Wochenende 29 - 31. Oktober 2004 werden die Stellwerke Domino 69 und VES durch ein elektronisches Stellwerk Elektra 2 abgelöst. Dieses wird via Leitsystem "ILTIS" von der BZ (Betriebszentrale)
Spiez bedient. In Notfällen ist eine Bedienung in den technischen Räumen in Thun möglich. Diese befinden sich in einem Gebäude neben Gleis 861 bei km 136.690, im Plan mit "NGB" (Nebengebäude?)
und "RSI" bezeichnet.
Die alten Stellwerkgebäude werden nach der Ausserbetriebsetzung alle abgebrochen. Das ehemalige Fahrdienstbüro mit dem Freigabewerk wird in ein Ladenlokal umgebaut.
Die Strecke nach Uttigen ist mit weiteren Blockstellen unterteilt
Die IC von / nach Interlaken und Brig folgen sich seit Einführung des Taktfahrplan in kurzen Abständen. Das führt zu häufigen Signalhalten bei der Einfahrt Thun. Um die Situation zu
verbessern, wird aus Richtung Norden eine schnelle Einfahrt in Gleis 2 über Weichen 131 - 132 geschaffen. Die entsprechende Ausfahrt geht via Weichen 251 - 252. Aus Süden sind schnelle Fahrten
nach Gleis 3 über Weichen 254 und 133 möglich. Seitdem benützen die IC Nord - Süd Gleise 1 und 2, Süd - Nord Gleise 2 und 3.
Die Einfahrt vom Gürbetal ist um eine Gleisachse verschoben und führt neu über Gleis 144. Im Güterbahnhof sind immer noch gleich viele Gleise vorhanden, da das kurze Stumpengleis B6
aufgehoben wurde.
Die ehemalige Gleisgruppe B1 - B3 neben der Einfahrt aus Steffisburg ist nicht mehr vorhanden.
Ebenfalls zugunsten von Perronverlängerungen entfallen sind die kurzen Stumpengleise A15 und A16 auf der Nordseite von Perron 2 sowie die ehemaligen Abstellgleise (K1 und A43-45) auf der
Südseite.
Die ehemalige Remise wurde abgebrochen. Dort finden sich Abstellgleise für die S-Bahn Kompositionen der BLS.
Der Bahnübergang Mönchstrasse ist aufgehoben. Es gibt dort nur noch eine Unterführung für den Langsamverkehr.
Seite Gwatt besteht noch kein Wechselbetrieb. Dieser kann erst 2005 nach dem Ersatz des alten Stellwerk Domino 55 in Gwatt eingerichtet werden.
Gleise 751 - 754, die ungefähr dem alten Bahnhof Scherzligen entsprechen, werden weiterhin für den Verlad von Bahnschotter genutzt. Der Schotter aus dem Steinbruch Balmholz wird per
Lastschiff über den Thunersee angeliefert.
Von / nach Gwatt sind signalmässige Fahrten via Gleise 233 und Gleise 269 - 249 -239/240 möglich.
Zeitweise gibt es Überlegungen, Güterzüge vereint durch den Lötschbergbasistunnel zu führen. Grund sind Befürchtungen, dass nicht genügend Trassen durch den teilweise einspurigen Tunnel zur
Verfügung stehen. Das Vereinen bzw. Trennen von solchen Doppelzügen von ca. 1,5 km Länge wäre in Gleisen 149 - 240 - 249 - 269 möglich gewesen.
Durchgeführt wurde das aber meines Wissens nie. Ganz neu ist die Idee übrigens nicht, wie auf dieser Homepage an anderer Selle beschrieben: Link
Darstellung der umgebauten Gleisanlage Zeichnung SBB aus Schweizer Eisenbahnrevue SER 4/2003, Sammlung S. Niklaus
Die Verbindung aus Süden via Gleis 253/233 nach Gleis 3 wird gemäss meiner Erfahrung nur selten verwendet. Auf meinen häufigen Fahrten als Zugspassagier bin ich dort nur ein einziges Mal
durchgefahren.
Seit dem Umbau von 2004 hat sich an Gleisanlage und Stellwerk nicht mehr viel verändert.
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Herzlichen Dank an Christoph Zingg, ZVL Murten und Thomas Ryf, ZVL Spiez für ihre Unterstützung zu diesem Artikel
Weitere Gleispläne von Thun finden sich auf dieser Homepage unter Gleispläne SBB: