Ein undatierter Plan aus dem Staatsarchiv Kanton Bern mit vielen interessanten Details:

  • Zeitpunkt vor 1924. In diesem Jahr wurde die Nachbarstation Bümpliz-Betlehem in Bern - Bümpliz Nord umgetauft. Bethlehem ist hier mit einem zusätzlichen "h" geschrieben, der Bahnhof war aber mit "Bümpliz - Betlehem" angeschrieben
  • Die Signale B 1/2 (für Züge aus Fischermätteli) und C 1/2 (für Züge aus Bümpliz-Betlehem) sind hintereinander aufgestellt. Grund dafür war wahrscheinlich, dass die Lokführer Signal B 1/2 möglichst früh erkennen konnten. Die Sicht auf dieses Signal dürfte aufgrund der engen Kurve und des Depotgebäudes sehr eingeschränkt gewesen sein. Signal B 1/2  hat im Gegensatz zu Signal C 1/2 auch ein Vorsignal Bv
  • Die Signale B und C zeigten Fahrbegriff 1 für Fahrten nach Bern PB und Fahrbegriff 2 für Fahrten nach Bern Weyermannshaus
  • Signal D 1/2/3 für Ausfahrten aus dem Depot ist dreiflüglig. Die Signalisierung bedeutete:

                Fahrbegriff 1 = Depot - Bern PB via BN Geleise

                Fahrbegriff 2 = Depot - Bern PB via GTB Geleise

                Fahrbegriff 3 = Depot - Bern Weyermannshaus

            Das macht insofern keinen Sinn, da es nach Bern PB nur ein Streckengleis gab. Evtl. war das Signal 

            schon für einen geplanten Doppelspurausbau vorbereitet. Doppelspurig wurde die Strecke erst 1961.

            Auf einem Plan Bern Weyermannshaus aus dem Jahr 1949 ist das Signal dann effektiv nur noch

            2-flügelig

  • Signal G ist ein Blocksignal, da die Signale B,C und D die Funktion als Blocksignale nicht übernehmen konnten
  • Einfahrsignale O und P sind Klappscheiben, wie auf der BN und GTB üblich
  • Viele Handweichen, auch in Hauptgeleisen (Weichen 67, 62 und 63). Das war nicht ganz unproblematisch. In einer Akte wird erwähnt, dass umfangreiche Manöver auf die Hauptgeleise häufig ohne Verständigung des Stellwerks durchgeführt wurden und dadurch gefährliche Situationen entstanden
  • Dafür gibt es in Hauptgleise II Seite Bümpliz einen Sperrschuh. Normalerweise weisen von Zügen befahrene Geleise keine Sperrschuhe auf.
  • Zu Weiche 59 gibt es gleich 3 Sperrschuhe (Geleise 6, 7 und 8)
  • Geleise 6, 7 und 8 sind Kohlen - und Putzgrubengeleise. Auf der BN herrschte bis 1928 Dampfbetrieb, auf der GTB bis 1920
  • Weichen 4 und 5 gehören zu Bern Weyermannshaus und sind einfache Kreuzungweichen. Von der BN/GTB sind nur Fahrten in den Rangierbahnhof möglich. Auf die Streckengleise Bümpliz Süd - Bern der SBB kann nicht gewechselt werden. Diese Weichen gibt es noch heute (Stand 2019): Weiche 4 trägt heute die Bezeichnung 30 und ist immer noch eine EKW, während Weiche 5 (heute  31) in eine doppelte Kreuzungsweiche umgebaut wurde
  • Vom Ablaufberg Bern Weyermannshaus führt via Weiche 3 ein Industriegleis quer über alle Streckengleise auf die Nordseite. Dieses Gleis wurde als Hirtergleis bezeichnet und ist erst vor ein paar Jahren aufgehoben worden.
  • 1931 hat die SBB eine neue Stellwerkanlage in Bern Weyermannshaus errichtet. Sie hat die BN angefragt, ob sie das Stellwerk Ausserholligen in diese integrieren möchte. Wegen der prekären finanziellen Lage musste die BN ds Ansinnen leider ablehnen.