Mannheim Hbf

Nicht ein eigentlicher Gleisplan, sondern ein "Übersichtsplan Elektrische Streckenausrüstung" mit farbig hervorgehobenen Schaltgruppen. Gültig ab Mai 1980. Plan Sammlung F. Furler, Friesenheim

 

Auf dem Plan sind nicht nur die diversen Fahrleitungsektoren eingetragen, sondern auch die einzelnen Fahrleitungsmasten.

 

Hier ein paar Beobachtungen zum Gleisplan. Ich nehme gerne Richtigstellungen entgegen, falls ich irgendwo daneben liege:

 

Auf der Nordwestseite gibt es nur eine einzige Doppelspur über den Rhein nach Ludwigshafen. Hier sind in der Zwischenzeit zwei weitere Doppelspuren hinzugekommen: Für die S-Bahn Rhein-Neckar wurde eine zweite Brücke über den Rhein erstellt. Zudem wurde 1985 die westliche Einführung der Riedbahn Mannheim - Frankfurt eingeweiht, so dass die Züge aus Richtung Basel / Stuttgart / Karlsruhe direkt nach Frankfurt weiterfahren können. Vorher mussten täglich ca. 30 Züge der IC-Linie Basel - Hamburg in Mannheim Kopfmachen.

 

Höhe Empfangsgebäude gibt es die Bahnsteigleise 1 bis 9. Ein Gleis 3 scheint es nicht zu geben, dafür liegt zwischen Geleisen 6 und 7 das bahnsteiglose Gleis 6a. An Bahnsteig E gibt es nur auf einer Seite ein Gleis.  Nach den Bahnsteiggleisen folgt Gleis 20, vermutlich ein Zirkulationsgleis sowie die Zufahrt für diverse Abstellgleise. Danach kommen die Gütergleise  30 und 31 Ludwigshafen - Mannheim Rangierbahnhof und schliesslich noch ein nicht elektifiziertes Gleis 33 als Zufahrt zum Hauptgüterbahnhof.

 

Höhe Empfangsgebäude findet sich die Kilometerangabe "km 0.0".

Nach den Bahnsteiggleisen folgt ein ziemlich beeindruckender Weichenkopf (in der Schweiz würden wir dem "Weichennest" sagen) nach den 3 abgehenden Doppelspurstrecken (Frankfurt, Heidelberg und Karlsruhe). Auffallend sind die vielen parallelen Weichenstrassen und die recht grosse Zahl an einfachen Kreuzungsweichen (EKW).

 

An der östlichen Ausfahrt kreuzen sich die Doppelspur nach Karlsruhe und die Güterlinie Ludwigshafen - Rbf à niveau. Die Weichen lassen auch Fahrten Ludwigshafen - Karlsuhe zu. Auch hier ist in der Zwischenzeit noch eine weitere Doppelspur hinzugekommen, nämlich die Neubaustrecke aus Stuttgart (eröffnet 1991).

 

Der Bahnhof wird zu jener Zeit von 4 Stellwerken gesteuert:

 

Mpf    DrS  1955 - 1982    Mannheim Personenbahnhof Fahrdienstleiter

Mpw  DrS   1955 - 1982    Mannheim Personenbahnhof West

Mpm  DrS   1960 - 1982    Mannheim Personenbahnhof Mitte

Mpo   E43   1938 - 1982    Mannheim Personenbahnhof Ost

 

Mpo ist ein elektromechanisches Stellwerk VES und noch mit Formsignalen ausgerüstet.

 

In den Abstellanlagen finden sich auch noch einige mit "Wp" bezeichnete Wärterposten / Weichenposten (ich bin nicht sicher, welche Bezeichnung korrekt ist).  Gefunden habe ich einen Wp 10 (zwischen Gleisen 34 und 53), einen Wp 9 (ziemlich zentral zwischen Gleisen 92 und 133)  und einen Wp Kleinfeld West am Weichenkopf Gleise 34 - 39, in der Nähe von Stellwerk Mpo. Einen weiteren Posten Wp 1a gibt es an der Strecke nach Karlsruhe, hier dürfte es sich um einen Schrankenposten handeln.

 

Weiters finden sich in der Gleisanlage diverse Personallokale wie "Aufenthalt Wagenreinigung" (zweimal),  "Aufenthalt Lokpersonal" sowie ein Rangiergebäude.

 

Gleis 34 ist mit "Personalfahrten" bezeichnet und es finden sich daran zwei Personalbahnsteige. Vermutlich gab / gibt es von hier nicht öffentliche Pendelfahrten nach dem Rangierbahnhof und zurück. Die Luftdistanz vom Empfangsgebäude Mannheim bis zum östlichen Ende des Rangierbahnhofs beträgt ca. 6.5 km.

 

Links:

Mannheim Hauptbahnhof Wikipedia

Liste Deutscher Stellwerke von Holger Kötting

Stellwerk.info