Stellwerksplan des neuen Stellwerk Bruchsal H 1929

 

 

Zwei Zirkulare zur Inbetriebnahme des neuen Stellwerks

 

 

Altes Bahnhofsgebäude vor dem Abbruch ca.1968

 

 

Das neue Bahnhofsgebäude im Bau. Inzwischen steht dieses Gebäude bereits nicht mehr. Ca. 1968

 

 

Das Stellwerk Bruchsal H aus der Nähe

 

 

Neu 20.03.2021 Kurth Bürki am Stellwerk Müntschemier. Kurth war damals in Gampelen stationiert und hat in Müntschemier abgelöst.

Im Hintergrund einige typische Utensilien jener Zeit. Mit der langen roten Stange konnten Güterwagen von Hand bewegt werden. Auf kleinen Stationen wie Müntschemier gab es keinen Schienentraktor und Handmanöver waren durchaus üblich.

 

Neu 20.03.2021 Das Stellwerk aus der Nähe. Die Fahrstrassenhebel sind für eine Durchfahrt von Kerzers nach Ins eingestellt und Werner Wiedmer bedient gerade einen Signalhebel.

Im Winter dürfte die Bedienung eine eher unangenehme Sache gewesen sein. Das Stellwerk stand im Freien und die Hebel aus Eisen waren nicht mit einem Plastiküberzug versehen.

Zwei Weichenhebel sind mit einem Holzkeil gegen Umlegen gesichert

 

Beide Aufnahmen sind ca. 1962 entstanden. Besten Dank an Kurth und Werner für die schönen Fotos und das Ok zur Veröffentlichung. 

 

Zuckerrübenverlad

 

Fotos Werner Wiedmer und Kurth Bürki

Pläne Staatsarchiv Bern

 

 

Von Ulrich Dikenmann habe ich interessante Ergänzungen zu Müntschemier erhalten, die ich nachstehend gerne veröffentliche. Dass ich Müntschemier als ersten Bahnhof ausgewählt habe, ist kein Zufall: Ich bin dort geboren und aufgewachsen - allerdings zu spät, um mich noch an das mechanische Stellwerk und die Klappscheibensignale erinnern zu können.....

 

 S. Niklaus

 

 

 Einige Ergänzungen und Fragen zum Stellwerk Bruchsal H Müntschemier von 1929

 

  • Der Einbau könnte im Zusammenhang mit der etwa gleichzeitigen Elektrifikation der BN gestanden haben
  • Es kann auch gut sein, dass für das Stw (teilweise) Occasionsmaterial verwendet wurde, die damalige Bruchsal-Generation war eher die Ausführung J
  • Der Buchstabe H wurde bei Bruchsal-Stellwerken vermutlich nur in der Schweiz für die seltene Ausführung mit oben angeordneten Fahrstrassenhebeln verwendet
  • Die H hatten den Vorteil, recht übersichtlich und kompakt zu sein. Zumindest in Müntschemier befanden sich die Signalhebel links und rechts aussen
  • Zur Inbetriebnahme ist das meist übliche schrittweise Vorgehen bemerkenswert
  • Wahrscheinlich stammten die Klappscheiben-Einfahrsignale gemäss Dienstbefehl 2815 von der vorherigen Anlage. Im Zirkular 2834 erscheinen sie daher ganz oben auch nicht als neue Signale
  • Die wohl eher seltene Kombination Klappscheiben-Einfahr- und Durchfahrsignal ist mindestens auch für Gampelen an der gleichen Strecke dokumentiert
  • Die auf den Plänen eingezeichneten mechanischen Haltfall-Pedale bewirkten, dass nach Zugsdurchfahrten die Einfahrsignale Halt zeigten, die Durchfahrsignale aber bis zum Zurückstellen der Signalhebel weiterhin (Durch-) Fahrt erwarten signalisierten
  • Offen vor dem Aufnahmegebäude stehende Stw gab noch ziemlich oft. Man beachte auch den Pflanzenschmuck, nicht selten gepflegt von der Frau des Vorstandes…
  • Rechts vom Stw neben der offenen Türe hängt offenbar ein Bedienungkasten, eventuell für einen (viel) später eingebauten Gleichstrom-Streckenblock. Dessen Bedienungselemente konnten in der Regel abgedeckt und verschlossen werden
  • Und / oder es könnten da auch noch Tasten für Barrieren vorhanden gewesen sein
  • Ebenfalls auf der Foto erscheint ein Kreuzungsgleis III, das es 1929 noch nicht gab (Ergänzung S. Niklaus: Gleis III wurde 1942 errichtet)
  • Nun sind auch noch je zwei zusätzliche Weichen- und Fahrstrassenhebel vorhanden
  • Die Anlagenergänzung könnte schon bei Inbetriebnahme ein Thema gewesen sein. Man beachte die leeren Spalten (vier Fahrstrassen, zwei Weichen) in der Verschlusstabelle

  

Ulrich Dikenmann