Gland

Stellwerks - und Gleisplan Stand 01.05.1969.

Plan Sammlung O. Wileczelek

 

Sehr spezielle Gleisanlage mit dem perronlosen Überholgleis 2, welches nur in Rückwärtsfahrt via Weiche 1 oder 7 erreicht werden kann. Der Grund für diese Anordnung, die es sonst in der Schweiz nirgends gibt, ist mir nicht bekannt. Die Strecke Lausanne - Genève wurde aber bereits sehr früh (1868 - 1879) auf Doppelspur ausgebaut. Wahrscheinlich wurde Gleis 2 schon damals nach französischem Vorbild errichtet. Erstaunlicherweise ist das Gleis auch heute (Stand 2021) noch vorhanden, wobei dank zusätzlichen Weichen auch direkt eingefahren werden kann.

 

Nachfolgend ein paar weitere Sachen, die mir aufgefallen sind (von Ost nach West):

 

  • Wie in den Plänen vom Kreis I üblich ist die Führung der Drahtzüge zu den Weichen und Signalen mit gestrichelten Linien eingezeichnet
  • Der Perron an Gleis 3 kann mit einer Unterführung (PI - "passage inferieur") erreicht werden. Somit schienenfreie Zugänge
  • Der Perron an Gleis 1 wird von der Verbindung Weiche 2 - Weiche 3 durchschnitten
  • Aus Gleis 1 kann auch Richtung Genève signalmässig ausgefahren werden. Der Grund dafür sind Züge Genève - Gland - Genève. Somit konnte die Komposition für die Rückfahrt gleich in Gleis 1 stehenbleiben und musste nicht umrangiert werden

Auszug aus dem Winterkursbuch 1955 (Preis FR. 3.-): Zug 1063 kommt um 18.04 in Gland an und verkehrt als Zug 1076 um 18.14 zurück nach Genève. Die Abfahrt ab Gleis 1 ist extra vermerkt. Am Morgen gab es noch weitere solche Züge.

Kursbuch Sammlung S. Niklaus

  • Aus dem Schuppengleis 5 sind Ausfahrten Richtung Lausanne möglich (Fahrstrasse b5), nicht aber Richtung Genève
  • Weiche 10 (im Hauptgleis) ist eine Handweiche
  • Anschlussgleise "Ballastière" (Kiesgrube) mit Sperrsignal E. Bedient wird das Signal mit einer Winde ("Treuil") bei Weiche 10.  Ein Bild dieses Signals ist unter Gleisplänen Kreis 1 1936 zu sehen Link
  • Im Anschlussgleis 40 gibt es eine ortsbediente Barriere
  • Weitere Anschlussgleise sind via Weiche 14 erschlossen. Die Gleisgruppe hat sogar einen eigenen Buchstaben "S", wohl für "Sécheron"

Vergrösserter Ausschnitt vom Stellwerk Bruchsal J aus dem Jahr 1907. Für die Weiche 14 gibt es ein Schloss nach System "Bourré". Die Handweichen 10/11 werden mit einem Riegelhebel verriegelt. Das Stellwerk kann in Randstunden auch durchgeschaltet werden ("Exclusion"). Diese Durchschaltung wurde 1959 eingerichtet.

 

 

Vergrösserte Kopie des Verschlussplan

 

Eine Rarität zeigt diese Foto. Zu sehen ist das Einfahrsignal A / Durchfahrsignal Ad von der Rückseite. Der Flügel war ursprünglich an einem hohen Mast angebracht. Nachdem die Strassenbrücke im Hintergrund erstellt wurde, war die Sicht auf den Signalflügel verdeckt. Anstatt einen neuen, niedrigeren Mast aufzustellen, wurde der Flügel am bestehenden Mast einfach etwa zwei Meter nach unten versetzt.

Die Foto wurde 1977 gemacht. Da die Strassenüberführung ca. 1968 gebaut wurde, dürfte sich das Signal während ungefähr 10 Jahren in diesem Zustand präsentiert haben.

Foto U. Dikenmann

 

Plan Stand 2015. Das mechnische Stellwerk wurde am 19.11.1977 durch ein Domino 67 ersetzt, das bis heute (Stand 2021) in Betrieb steht.

Plan SBB, Sammlung S. Niklaus